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Spargeldünger im Sommer richtig anwenden: Juli und August Nährstoffplan

Wer Spargel anbaut, weiß: Die Ernte ist im Juni vorbei, aber die eigentliche Arbeit fängt danach erst richtig an. Gerade in den Sommermonaten Juli und August entscheidet sich, wie kräftig Ihre Spargelpflanzen in die nächste Saison starten. Der richtige Einsatz von Spargeldünger in den Sommermonaten ist dabei das A und O. Denn jetzt bildet die Pflanze neue Reservestoffe in den Wurzelstöcken, die sie im nächsten Frühjahr für den Austrieb braucht. Wer hier spart oder falsch düngt, erntet ein Jahr später merklich weniger. Ich beobachte das in unserer Gärtnerei jedes Jahr aufs Neue.

Wann und womit sollte man Spargel düngen?

Spargel wird direkt nach der Ernte und nochmals im Hochsommer gedüngt, also grob in zwei Phasen zwischen Juni und August. Als Düngemittel eignen sich sowohl organische Varianten wie Blutmehl, Hornspäne und Lavamehl als auch mineralische NPK-Dünger mit einem ausgewogenen Verhältnis.

Konkret läuft das in der Praxis so ab: Unmittelbar nach dem Ernteende im Juni gibt man eine erste kräftige Düngergabe, damit das Kraut schnell in die Höhe schießen kann. Die zweite Gabe folgt dann Anfang bis Mitte Juli. Damit deckt man den Nährstoffbedarf während der intensivsten Wachstumsphase des Sommers ab.

Beim Düngemittel selbst scheiden sich manchmal die Geister. Ich setze persönlich auf organische Produkte, weil sie den Boden langfristig aufbauen und das Bodenlebens fördern. Ein bewährtes Konzept ist ein selbst gemischter Bio-Dünger aus verschiedenen Rohstoffen. Wer es einfacher mag, greift zu einem fertig formulierten Spargeldünger mit Lavamehl.

Sommerdünger Spargel nach der Erntepause: Welche Nährstoffe braucht die Pflanze?

Nach der Erntepause hat die Pflanze enorme Mengen Stickstoff, Phosphor und Kalium verbraucht. Sie braucht jetzt vor allem Stickstoff für das Blattwachstum, Kalium für die Einlagerung von Reservestoffen in die Wurzelkrone und Phosphor für die Wurzelentwicklung.

Ein guter Richtwert für die Sommerdüngung:

  • Stickstoff (N): 80 bis 100 kg pro Hektar im Gartenbeet entspricht etwa 8 bis 10 g pro Quadratmeter
  • Phosphor (P₂O₅): 40 bis 60 kg pro Hektar, also rund 4 bis 6 g pro Quadratmeter
  • Kalium (K₂O): 100 bis 120 kg pro Hektar, im Hausgarten etwa 10 bis 12 g pro Quadratmeter
  • Spurenelemente wie Magnesium und Eisen, die vor allem in leichten Sandböden fehlen
  • Silikat aus Lavamehl für Zellstabilität und Stressresistenz

Diese Mengen klingen zunächst abstrakt, aber für ein normales Hausgartenbeet von 10 Quadratmetern reden wir von etwa 100 g Stickstoff-Reingehalt, was je nach Produkt einer Düngergabe von 300 bis 500 g entspricht.

Spargelbeet im Sommer mit frisch aufgebrachtem Dünger
Spargelbeet im Sommer mit frisch aufgebrachtem Dünger

Wie wird Spargel gedüngt? Bio-Spargeldünger mit Lavamehl und Blutmehl richtig anwenden

Spargel wird oberflächennah zwischen den Dämmen eingearbeitet oder direkt auf den Boden gestreut und eingewässert. Organische Dünger wie Blutmehl oder Lavamehl werden nicht tief eingesetzt, weil die Wurzelkrone flach liegt und nicht verletzt werden darf.

Die Anwendung von bio-organischem Spargeldünger mit Lavamehl ist erfreulich unkompliziert. Man streut das Granulat oder Pulver gleichmäßig auf die Beetfläche, etwa 5 bis 10 cm seitlich vom Spargeldamm entfernt, und arbeitet es leicht in die obere Erdschicht ein. Danach wird gut gewässert, damit die Nährstoffe in die Wurzelzone sickern können.

Bio-Spargeldünger mit Lavamehl: Anwendung und Dosierung im Detail

Lavamehl liefert Silikat, Eisen, Magnesium und viele Spurenelemente gleichzeitig. Es verbessert die Bodenstruktur und macht die Pflanze widerstandsfähiger gegen Hitze und Trockenheit. Gerade im Juli und August, wenn Temperaturen auf 30 Grad und mehr klettern, ist das ein echter Vorteil.

Unser Bio-organischer Spargeldünger mit Lavamehl wird in einer Dosierung von 150 bis 200 g pro Quadratmeter ausgebracht. Für ein Familienbeet von 15 Quadratmetern benötigt man demnach etwa 2,25 bis 3 kg pro Sommersaison, verteilt auf zwei Gaben. Wer einen größeren Garten oder mehrere Beete hat, findet das Dünger-Sparpaket mit drei Einheiten besonders wirtschaftlich.

Blutmehl wiederum ist ein schnell wirkender Stickstofflieferant. Es enthält rund 12 bis 14 % Stickstoff und ist ideal als Ergänzung, wenn das Kraut Ende Juni etwas blass und schwächlich aussieht. Die Dosierung liegt bei 50 bis 80 g pro Quadratmeter. Mehr dazu finden Sie in unserem ausführlichen Beitrag zur Anwendung von Blutmehl für Spargel und Gemüse.

Organischen Spargeldünger selbst mischen: Meine Hausrezeptur

Wer die Zutaten lieber selbst kombiniert, kann sehr gute Ergebnisse erzielen. Ich mische für mein eigenes Beet seit Jahren folgende Grundrezeptur:

  1. 500 g Hornspäne (langsame Stickstofffreisetzung über 2 bis 3 Monate)
  2. 200 g Blutmehl (schnell verfügbarer Stickstoff für die ersten 3 bis 4 Wochen)
  3. 300 g Lavamehl (Silikat, Spurenelemente, Bodenverbesserung)
  4. 200 g Kaliumsulfat (für die Kohlenhydrateinlagerung in die Wurzelkrone)
  5. 100 g Algenkalkmehl (zur pH-Stabilisierung und Calciumversorgung)

Diese Mischung reicht für etwa 8 bis 10 Quadratmeter Spargelbeet und wird einmalig im Juli ausgebracht. Der Vorteil gegenüber Fertigdüngern: Man weiß genau, was drin ist, und kann die Anteile je nach Bodenzustand anpassen.

Spargeldünger Sommermonate Mischung aus Bio-Komponenten auf Holztisch
Spargeldünger Sommermonate Mischung aus Bio-Komponenten auf Holztisch

NPK-Dünger für Spargel in den Sommerwochen: Mineral oder organisch?

Mineralische NPK-Dünger wirken schneller als organische, brauchen aber gleichmäßige Feuchtigkeit und können bei falscher Dosierung die Wurzeln schädigen. Organische Varianten bauen den Boden auf, wirken aber langsamer, was im Sommer manchmal zu langsam ist, wenn die Pflanze sofort Nährstoffe braucht.

Die Wahrheit liegt in der Mitte. In unserer Gärtnerei kombinieren wir beides: eine Grundversorgung mit einem organischen Dünger und bei Bedarf eine kleine Ergänzungsgabe mit einem mineralischen NPK-Dünger im Verhältnis 12-5-14 oder ähnlich. Dabei ist Vorsicht geboten: Nie mehr als 30 g pro Quadratmeter auf einmal, sonst droht Salzschäden an der Wurzel.

Wer auf Nummer sicher gehen will und keinen Aufwand scheut, dem empfehle ich einen langsam wirkenden Depot-Dünger, der die Nährstoffe über sechs Monate gleichmäßig abgibt. Einmal im Frühjahr oder direkt nach der Ernte ausgebracht, versorgt er die Pflanze bis in den Herbst hinein und man braucht sich den ganzen Sommer über keine weiteren Gedanken zu machen.

Vergleich: Organisch vs. mineralisch vs. Depot-Dünger für Spargel im Sommer

Eigenschaft Organischer Dünger Mineralischer NPK-Dünger Depot-Dünger (6 Monate)
Wirkungsbeginn 2 bis 4 Wochen 2 bis 5 Tage Sofort, dann gleichmäßig
Wirkungsdauer 6 bis 12 Wochen 3 bis 5 Wochen Bis zu 6 Monate
Überdüngungsrisiko Gering Mittel bis hoch Sehr gering
Bodenaufbau Sehr gut Keiner Gering
Empfehlung für Hausgarten Sehr gut Als Ergänzung Ideal für Einsteiger
Typische Dosierung (pro m²) 100 bis 200 g 20 bis 30 g Je nach Produkt 40 bis 80 g

Spargelfolie und Düngung im Sommer kombinieren: Was beachten?

Wer Spargelfolie zur Erderwärmung nutzt, steht im Sommer vor einer besonderen Herausforderung: Wie kommt der Dünger unter die Folie? Ganz einfach: Die Folie wird für die Düngung kurz zurückgeschlagen, der Dünger eingebracht und eingewässert, dann die Folie wieder aufgelegt.

Bei schwarzer oder weißer Spargelfolie auf den Dämmen muss man aufpassen, dass der Boden unter der Folie im Juli und August nicht austrocknet. Trockener Boden nimmt Nährstoffe nicht auf, egal wie viel man düngt. Ich empfehle daher, die Bewässerung in den Sommerwochen auf mindestens zwei Mal pro Woche zu erhöhen, wenn keine Folie entfernt wird.

Spargelfolie auf Dämmen im Sommer mit Düngergabe daneben
Spargelfolie auf Dämmen im Sommer mit Düngergabe daneben

Wann darf nicht gedüngt werden?

Nach dem 1. September sollte man Spargel nicht mehr mit stickstoffbetonten Düngern versorgen, weil die Pflanze dann in die Ruhephase übergehen muss. Auch bei extremer Trockenheit und Bodentemperaturen über 35 Grad sollte man warten, bis sich das Wetter beruhigt hat.

Das ist ein Punkt, den viele unterschätzen. Wer im August noch einen kräftigen Stickstoffstoß gibt, riskiert, dass die Pflanze zu spät mit dem Aufbau von Frosthärte beginnt. Das kann im Winter zu echten Schäden an der Wurzelkrone führen, besonders bei jungen Pflanzen im zweiten oder dritten Standjahr.

Außerdem gilt: Bei starkem Regen oder kurz vor einem angekündigten Starkregen nicht düngen, weil die Nährstoffe dann einfach ausgewaschen werden und nichts bei der Pflanze ankommt. Mineralischer Dünger ist davon besonders betroffen.

Für welche Pflanzen sind Hornspäne nicht geeignet?

Hornspäne sind für die meisten Gartenpflanzen geeignet, aber für Pflanzen auf sehr saurem Boden oder Ericaceen wie Rhododendron und Heidelbeere eher ungeeignet, weil sie den pH-Wert leicht in Richtung neutral verschieben. Bei Spargel hingegen sind Hornspäne ausgezeichnet geeignet.

Für Spargel ist der Einsatz von Hornspänen sogar besonders sinnvoll, weil der langsame Abbau durch Bodenorganismen genau zur mehrjährigen Lebensweise der Pflanze passt. Die Freisetzung von Stickstoff über zwei bis drei Monate entspricht dem Nährstoffbedarf im Sommer fast ideal. Ich verwende Hornspäne in meiner Gärtnerei ausschließlich für mehrjährige Kulturen, also auch für Spargel im ersten und zweiten Standjahr.

Übrigens: Die Sortenwahl spielt für die Düngerstrategie eine untergeordnete Rolle, aber kräftige Sorten wie Herkolim oder Gijnlim für grünen Spargel profitieren besonders stark von einer gut durchdachten Sommerdüngung, weil sie eine sehr hohe Erntekapazität haben und entsprechend viel in die Wurzelkrone einlagern. Wer diese Pflanzen noch nicht im Garten hat, findet bei uns eine große Auswahl an hochwertigen Jungpflanzen aus eigener Bio-Produktion.

Grundsätzlich gilt: Stellen Sie die Düngung spätestens Mitte August ab, nutzen Sie organische Produkte als Basis und ergänzen Sie gezielt. Eine gute Zusammenfassung der verschiedenen Düngerphasen im Jahresverlauf bietet unser Ratgeber zum Thema Spargeldünger: Menge und Zeitpunkt. Damit gehen Sie gut vorbereitet in den Herbst und legen den Grundstein für eine reiche Ernte im kommenden Frühjahr.

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