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Spargel im zweiten und dritten Jahr: Ertragssteigerung und richtige Düngung

Wer Spargel im Garten anbaut, braucht vor allem eines: Geduld. Doch diese Geduld zahlt sich aus, denn der spargel zweites drittes jahr ertrag steigt deutlich an, wenn man von Anfang an alles richtig macht. Im ersten Jahr erntet man gar nicht, im zweiten Jahr nur vorsichtig, aber ab dem dritten Jahr darf man richtig loslegen. Ich sage meinen Kunden bei der Beratung immer: Ein Spargelbeet ist kein Sprint, es ist ein Marathon, der sich über 15 bis 20 Jahre lohnt. In diesem Artikel erkläre ich, wie ihr das Beste aus euren Pflanzen herausholt und worauf es bei der Düngung und Pflege wirklich ankommt.

Was tun mit Spargel im zweiten Jahr?

Im zweiten Jahr solltest du deinen Spargelpflanzen noch etwas Schonzeit gönnen und maximal für 2 bis 3 Wochen ernten. Die Pflanze braucht diese Zeit, um ihre Wurzelkrone weiter zu stärken. Wer hier zu gierig ist, riskiert langfristig schwache Pflanzen und magere Erntejahre.

Das zweite Standjahr ist eigentlich das wichtigste Jahr für die Wurzelentwicklung. In dieser Saison entscheidet sich, wie gut dein Beet in Zukunft trägt. Meine Empfehlung: Ernte im zweiten Jahr höchstens 4 bis 5 Stangen pro Pflanze, und beende die Ernte spätestens Ende April. Dann hat das Kraut genug Zeit, Energie für das nächste Jahr zu tanken.

Spargel im zweiten Jahr ernten: Dauer und Timing

Die Erntezeit im zweiten Jahr beträgt idealerweise 14 bis 21 Tage, nicht länger. Starte erst, wenn die Triebe mindestens 20 cm aus dem Boden ragen, und schneide sauber ab.

Nach der kurzen Ernte kommt die eigentliche Arbeit: Das Beet sollte sofort gedüngt werden, sobald das Kraut austreibt. Ein organischer Stickstoffdünger wie Blutmehl eignet sich hierfür besonders gut, weil er langsam verfügbar ist und die Wurzel nicht verbrennt. Ich verwende in meinem eigenen Garten rund 80 bis 100 Gramm Blutmehl pro Quadratmeter direkt nach der Ernte.

Achte außerdem darauf, dass das Beet unkrautfrei bleibt. Beikräuter nehmen dem Spargel Wasser und Nährstoffe weg, besonders im zweiten Jahr, wenn die Wurzelkrone noch nicht vollständig ausgebildet ist.

Junges Spargelbeet im zweiten Jahr mit austreiben Trieben
Junges Spargelbeet im zweiten Jahr mit austreiben Trieben

Wie viel Ertrag bringt eine Spargelpflanze?

Eine ausgewachsene Spargelpflanze liefert im Vollertrag pro Saison zwischen 300 und 500 Gramm Stangen, abhängig von Sorte, Standort und Pflege. Über ein gut gepflegtes Beet mit 10 Pflanzen kommt man so auf 3 bis 5 Kilogramm frischen Spargel im Jahr.

Aber das gilt erst ab dem dritten, manchmal sogar erst ab dem vierten Standjahr. Viele Hobbygärtner sind enttäuscht, weil sie nach dem ersten oder zweiten Jahr noch kaum etwas ernten. Das ist völlig normal und kein Zeichen für schlechte Pflanzen oder schlechten Boden.

Spargel im dritten Jahr: volle Ernte endlich möglich

Ab dem dritten Standjahr sind die Wurzelkronen so stark, dass eine normale Ernteperiode von 6 bis 8 Wochen kein Problem mehr darstellt. Jetzt kannst du wirklich loslegen. Übliche Erntezeiten laufen von Ende März bis zum Johannistag, dem 24. Juni.

Wer robuste Sorten wie Gijnlim XL oder den besonders aromatischen Erasmus im Beet hat, kann im dritten Jahr bereits Erträge von 300 bis 400 Gramm pro Pflanze erzielen. Diese Sorten habe ich selbst in meinem Versuchsbeet und kann sagen: Sie entwickeln sich in der Tat spürbar schneller als ältere, weniger selektionierte Sorten.

Ab wann beginnt die Ernte bei Spargelpflanzungen?

Die erste kurze Ernte ist im zweiten Standjahr möglich, der volle Ertrag ab dem dritten Jahr. Wer im Frühjahr pflanzt, zählt das Pflanzjahr als Jahr eins, unabhängig vom Pflanzzeitpunkt.

Bei schweren XL-Pflanzen, sogenannten 2- oder 3-jährigen Rhizomen, kann der Ertragsbeginn um ein Jahr vorgezogen werden. Das ist einer der Gründe, warum ich Hobbygärtnern immer zu größeren Pflanzen rate. Wer jetzt noch keine Pflanzen hat, findet bei unserer Auswahl an grünen Spargelpflanzen hochwertige Optionen direkt aus der Gärtnerei.

Spargel zweites drittes Jahr Ertrag Vergleich im Beet
Spargel zweites drittes Jahr Ertrag Vergleich im Beet

Spargel Ertrag steigern: Düngung und Timing richtig verstehen

Die Düngung ist der entscheidende Hebel, wenn du den Ertrag deines Spargelbeetes langfristig steigern willst. Wer falsch oder zum falschen Zeitpunkt düngt, bekommt zwar viel Kraut, aber wenig Stangen.

Spargel Ertragssteigerung durch die richtigen Nährstoffe

Spargel braucht vor allem Kalium, Stickstoff und Phosphor, aber in unterschiedlichen Mengen und zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Kalium fördert die Zellstabilität der Stangen und verbessert den Geschmack. Stickstoff ist für das Krautwachstum nach der Ernte essenziell. Phosphor unterstützt die Wurzelentwicklung, besonders im zweiten Jahr.

Hier eine Übersicht, wie ich die Düngung in meinem eigenen Beet über das Jahr verteile:

Zeitpunkt Düngertyp Menge pro m² Zweck
Frühjahr (vor Ernte) Kompost oder organischer Volldünger 3–5 Liter Kompost Grundversorgung
Nach der Ernte (Juni) Stickstoffbetonter Dünger (z.B. Blutmehl) 80–100 g Krautaufbau fördern
Spätsommer (August) Kaliumreicher Dünger 40–60 g Kaliumsulfat Einlagerung in Rhizom
Herbst (Oktober) Kompost oder gut verrotteter Mist 3–4 Liter Bodenstruktur verbessern

Das Timing ist genauso wichtig wie die Nährstoffe selbst. Wer erst im August mit dem Stickstoff anfängt, hat das Fenster verpasst. Das Kraut kann dann nicht mehr genug einlagern, und der Ertrag im Folgejahr leidet darunter.

Langzeitproduktivität des Spargelbeetes richtig pflegen

Ein Spargelbeet kann 15 bis 20 Jahre produktiv bleiben, wenn man es regelmäßig pflegt. Die häufigsten Fehler sind: zu früh zu viel ernten, Unkraut nicht im Griff haben und den pH-Wert des Bodens vergessen.

Spargel bevorzugt einen leicht sauren bis neutralen pH-Wert zwischen 6,5 und 7,0. Liegt der Wert darunter, werden Nährstoffe schlechter aufgenommen, egal wie viel du düngst. Ich empfehle, den Boden alle 2 Jahre zu messen und bei Bedarf mit Kalk zu korrigieren. Ein einfacher Bodentest aus dem Gartenfachhandel kostet nur wenige Euro und spart langfristig viel Frust.

Auch der Pflanzabstand spielt für die Langzeitproduktivität eine große Rolle. Spargelkronen brauchen mindestens 35 bis 40 cm Abstand in der Reihe und 120 bis 150 cm zwischen den Reihen. Zu eng gepflanzte Beete leiden ab dem fünften Jahr deutlich.

Spargelkronen mit gesunden Wurzeln beim Einpflanzen im Frühling
Spargelkronen mit gesunden Wurzeln beim Einpflanzen im Frühling

Wie oft wächst Spargel nach? Und was heißt das für Hobbygärtner?

Spargel treibt jedes Frühjahr neu aus der permanenten Wurzelkrone aus. Innerhalb einer Saison wachsen nach dem Abernten keine neuen Stangen mehr nach, die für den Topf geeignet sind.

Das ist ein häufiges Missverständnis. Viele denken, sie könnten wie bei Salat einfach immer wieder ernten. Beim Spargel funktioniert das anders: Die Stangen, die nach der Erntepause aus dem Boden kommen, bilden das Kraut. Dieses Kraut ist die Lebensversicherung für das nächste Jahr.

Warum zahlt der Spargelbauer 3.000 Euro im Monat und findet keine Erntehelfer?

Diese Frage taucht immer wieder auf und zeigt, wie körperlich anspruchsvoll die Spargelernte ist. Professionelle Erntehelfer auf Betrieben arbeiten täglich bis zu 10 Stunden gebückt über dem Dammspargel. Das ist harte Arbeit, die viele nicht dauerhaft leisten wollen.

Für Hobbygärtner ist das natürlich anders. Ein Beet mit 10 bis 20 Pflanzen ist in 30 Minuten geerntet. Trotzdem vermittelt diese Zahl, warum frischer Spargel im Supermarkt oft 8 bis 12 Euro pro Kilogramm kostet. Ein eigenes Beet amortisiert sich also innerhalb weniger Jahre. Wer mit weißem Spargel anfangen möchte, sollte sich die Herkolim-Sorte anschauen, eine der besten Weißspargel-Varianten für den Hausgarten. Und wer noch unsicher ist, welche Farbe und Sorte überhaupt zu ihm passt, findet in unserem Sortenvergleich für grünen und weißen Spargel eine hilfreiche Entscheidungshilfe.

Die wichtigsten Pflegemaßnahmen im Überblick

Damit das Spargelbeet Jahr für Jahr gute Erträge bringt, kommen folgende Maßnahmen regelmäßig auf den Plan:

  • Jährliche Düngung nach dem oben beschriebenen Schema (Frühjahr, nach Ernte, Spätsommer, Herbst)
  • Regelmäßiges Jäten und Mulchen zwischen den Reihen
  • pH-Wert alle 2 Jahre kontrollieren und bei Bedarf mit Gartenkalk korrigieren
  • Kraut erst im Spätherbst, wenn es gelb ist, bodennah abschneiden und kompostieren
  • Darauf achten, dass die Erntezeit im zweiten Jahr 3 Wochen nicht überschreitet
  • Ab dem dritten Jahr Erntezeit auf 6 bis 8 Wochen ausdehnen, danach immer am Johannistag beenden
Spargelbeet Pflege im Herbst nach der Ernte mit Mulchschicht
Spargelbeet Pflege im Herbst nach der Ernte mit Mulchschicht

Ein Aspekt, den viele vergessen: Auch die Sortenwahl hat großen Einfluss auf den langfristigen Ertrag. F1-Hybriden wie Gijnlim oder Gijnlim XL sind speziell auf hohe Erträge und Widerstandsfähigkeit gezüchtet. In meiner Beratungspraxis erlebe ich immer wieder, dass Gärtner mit alten Landsorten kämpfen, während ihre Nachbarn mit modernen Sorten doppelt so viel ernten.

Wer noch unentschlossen ist, ob grüner oder weißer Spargel besser passt: Beide lassen sich gut kombinieren. Weißen Spargel anbaut man unter Folie oder unter aufgehäuftem Damm, grüner Spargel braucht dagegen viel Licht und wird einfach stehend geerntet. Informationen zur richtigen Abdeckung findest du im Artikel über den richtigen Einsatz von Spargelfolie.

Egal für welche Sorte du dich entscheidest: Mit der richtigen Pflege im zweiten und dritten Jahr legst du das Fundament für ein Jahrzehnte lang produktives Spargelbeet. Das ist, was mich als Gärtner an dieser Pflanze so fasziniert. Sie belohnt Geduld und Sorgfalt wie kaum eine andere Gemüsepflanze im Garten.

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